[Imc-germany-editorial] feature vorschlag - naziszene und übergriff in pulheim

bartolomeo bartolomeo at riseup.net
Di Sep 18 02:06:23 PDT 2007


Sorry, falsche Liste...

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Betreff: Re: [Indy-co] [Imc-germany-editorial] feature vorschlag - naziszene 
und übergriff in pulheim
Datum: 18.09.07, 10:55:36 Uhr
Von: bartolomeo <bartolomeo at riseup.net>

Moin,

> Leider ist die Dominanz eines Themas ja zusätzlich noch ein Prozess,
> der sich selbst verstärkt.
> Leute die auch andere Themen wichtig finden, sehen ihre Anliegen
> immer seltener auf der Seite gefeatured. Die ziehen einfach die
> Konsequenz und kehren Indy den Rücken.

wir können nichts featuren, was es nicht gibt. Wofür du plädierst ist eine 
langweilige, weil sich selten ändernde Mittelspalte. Hier kollidiert deine 
Wunschvorstellung mit der Realität. Ich denke, wir sollten die Indyuser 
ermutigen gute Artikel zu schreiben, aber bisher höre ich immer nur "aus 
ideologischen Gründen nicht featuren", "Modbox drüber", "im OpenPosting 
lassen" und "löschen". Dieser autoritäre Kurs ist meiner Meinung nach 
schädlich für das Projekt, er ist das Gegenteil von Basisdemokratie.

> Was bleibt ist die dominierende Gruppe, die sich mit dieser Strategie
> langfristig aber selbst in den Fuß schießt, weil sie dann zwar ihr
> eigenes "unabhängiges" Medienportal hat, nur leider wird es von der
> realen Restgesellschaft da draußen nicht mehr wahrgenommen. Dafür
> ruft es um so lauter in die hermetische Echo-Kammer der eigenen
> jugend- und subkulturell geprägten Peergroup [1]

> Wenn es einen derart großen Pool guter, lesenswerter Antifa-Artikel
> gibt, ist das ja eine sehr erfreuliche Tatsache. Dann sollte man
> schleunigst die Konsequenz ziehen und dafür eine eigene Plattform
> schaffen.

Ich kann deine Logik nicht nachvollziehen. Wieso sollten diese Artikel 
ausgelagert werden? Warum freuen wir uns nicht, dass Indy lesenswerte, gut 
geschriebene und mit vielen Informationen aufwartende Hintergrundartikel 
bietet? Hier wird immer wieder das Argument angeführt, die "reale 
Restgesellschaft" (als ob Antifas und Nazis in einer Parallelwelt lebten) 
interessiere sich nicht für Antifathemen. Das ist - wenn du mal einen Blick 
in die Mainstreammedien wagst - nicht der Fall. Jeden Tag wird über Nazis 
berichtet und sehr häufig wird dazu bei Indymedia recherchiert. 

Ich gebe dir Recht, dass Indymedia deshalb so einen großen Erfolg hat, weil es 
die Vielfalt der AutorInnen und Themen gibt. Und wir können gerne AutorInnen 
ermutigen, zu anderen Themen als zu Antifaschismus zu schreiben. Auch sehe 
ich es dafür als geeignet an, Features zu anderen Themen zu bevorzugen. Doch 
bedeutet das für mich, diese Themen auch dann zu Features zu machen, wenn sie 
nicht ganz so toll geschrieben oder recherchiert sind als die zur Zeit 
erscheinenden Antifaartikel. Nicht jedoch, diese Antifaartikel deshalb nicht 
zu Features zu machen.

> PS: Aus strukturellen Gründen klar gegen ein weiteres Antifa-Feature.

Diese destruktive Vetopolitik finde ich sehr bedauerlich. Mehr Zuckerbrot, 
weniger Peitsche!

Gruß, Bart

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