[Imc-germany-video] Neuer Dokfilm von Sabine Streich auf SWR
VideoFilmfestival Ohne Kohle
ohnekohle at viewfinders.at
Mit Jun 1 05:30:08 PDT 2005
Reservistin aus Leidenschaft
Eine Rheinhessin bei der Bundeswehr
Ein Film von Sabine Streich
Samstag 04. Juni 18.50 Uhr
Wiederholung: Montag, 06. Juni 11.00 Uhr
Im SÜDWEST Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Pressetext
http://www.swr.de/mensch-leute/index.html
Reservistin aus Leidenschaft
Eine Rheinhessin bei der Bundeswehr
Manuela Zeller, führt ein typisches Reservistenleben. Unter der Woche
arbeitet sie in ihrem Job als Buchhalterin und am Wochenende nimmt sie
an Lehrgängen und Übungen teil. Diese sollen sie dazu qualifizieren als
gute Reservistin die Aufgaben zu erledigen, die gute Reservisten zu
erledigen haben. Das sind die Friedenssicherung, die Landesverteidigung
und die Gewährleistung der Sicherheit der Bürger. Die Reservisten
sollen- und das will die 45 Jährige Manuela Zeller auch- die Bundeswehr
bei den ihr gegebenen verfassungsrechtlichen Aufträgen und Zielen
unterstützen. Und dafür muss man über einige Fähigkeiten verfügen, man
muss schießen können aus großer Distanz und im strömenden Regen, tarnen
und täuschen bei Temperaturen im Minusbereich, in eine steifen
Splitterweste verpackt, ein 20 Kilogramm schweres Maschinengewehr im
Dauerlauf von A nach B bewegen, stramm stehen und vieles mehr.
Alles Fähigkeiten, die normalerweise nicht zu den Fertigkeiten eines
Normalbürgers gehören.
Deshalb kennzeichnet Eines alle Reservisten: Sie haben irgendwann mal
bei der Bundeswehr gedient. Haben Wehrdienste geleistet oder sich als
Berufssoldaten verpflichtet, wo sie die benötigten Fertigkeiten erlernt
haben. Nur bei Manuela Zeller ist das anders, sie ist ungedient und auch
noch eine Frau. Nicht dass Frausein per se etwas besonderes sei, auch
Reservisten haben Frauen, aber meistens sind das Ehefrauen, die auf die
Reservistenübungen nicht eingeladen sind.
Geboren ist Manuela Zeller in Bermersheim, einem kleinen Dorf im
Rheinhessen. Da ist auch Hildegard von Bingen geboren. Das spielt aber
für den Dokumentarfilm keine Rolle. Manuela Zeller ist also in
Bermersheim geboren. Das liegt in Rheinhessen, da Dort hat sie
geheiratet und dort lebt auch ihre ganze Familie und sie auch.
Sie hatte schon immer einen Hang zum Militärischen, fand Uniformen auch
immer schon schön. Die Idee entstand, als Frauen erstmals zur Bundeswehr
zugelassen wurden. Für den aktiven Dienst zu alt, damals war sie Anfang
40, versuchte Manuela Zeller als Reservistin zur Bundeswehr zu kommen.
Viele Briefe später, erreichte sie nach 2 Jahren ihr Ziel und ist nun
Deutschlands erste ungediente Reservistin. “ Neckermann–Uffz“ oder “
Internet – Uffz“ wird sie manchmal von anderen Soldaten genannt.
Soldatin zu sein war ein Kindheitstraum. Sie hat sich ihren Traum
erfüllt, mit großem Aufwand und sehr zum Unbehagen einiger Männer. Ihren
Ehemann, seit 20Jahren als Reservist beim Bund, eingeschlossen. Das
stört sie nicht weiter, da sie es bisher immer geschafft hat, ihre
Kritiker zu überzeugen. Außerdem ist sie eine sehr gute Schützin und
kann mit militärischen Waffen sehr gut umgehen, ihre zahlreichen
Abzeichen belegen das. Reservistin ist sie schon, was fehlt, ist die
Anerkennung durch die Kollegen und durch ihren Mann. Einige der
männlichen Kollegen haben sie mittlerweile voll akzeptiert, sie schätzen
ihren großen Einsatz und ihren unermüdlichen Willen, es noch besser
hinzubekommen.
Manuela Zeller ist Reservistin aus Leidenschaft. Ihre Augen fangen an zu
leuchten, wenn sie von Wehrübungen, Gefechtsschießen und Soldatentreffen
erzählt. Sie hat sich für ihr Soldatenleben noch einige Ziele gesetzt.
Zuerst will sie Stabsunteroffizier werden, dann einen Lehrgang zum
Oberfeldwebel machen. Im Winter steht Leistungsschießen in Wald und
Wiese auf dem Plan. Dafür macht sie dreimal die Woche Aerobic um fit zu
werden.
Ihre Arbeitskollegen belächeln ihr militärisches Engagement oft, das ist
ihr egal. Manuela Zeller ist kein weiblicher Rambo und wollte auch nie
männlich sein. Vielmehr zählt für sie, etwas für die Allgemeinheit, für
die Gesellschaft zu tun. Außerdem wollte sie mit ihrem Mann Rainer
zusammen sein und nicht zu Hause sitzen und warten bis er von seinen
Wochenend - Verpflichtungen als Reservist zurückkommt. Kuchen backen für
die Reservisten sei ja schön und gut, aber ausgereicht hat es Manuela
Zeller nicht.
Deshalb hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann lange im Wohnzimmer geübt.
Tarnen und Täuschen. Strammstehen, Grüßen, Antreten. Auf dem Boden
robben. Rainer Zeller ist wegen der militärischen Kariere seiner Frau
hin und her gerissen, schwankt zwischen Ablehnung und Stolz. Manuela
Zeller meint: „Jetzt ist es halt so und die Soldatenkollegen werden mich
schon akzeptieren.
Über ein Jahr lang hat die Autorin Sabine Streich die Reservistin bei
ihrem Ziel, eine kompetente Soldatin zu werden, begleitet. Die Kamera
ist immer mit dabei, ob im Büro, zu Hause, beim Sport oder den Übungen
auf dem Schießplatz. Der Film erzählt von Erfolgen und Niederlagen und
dem ausgeprägtem Willen einer Frau, die nicht aufgibt.
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