[Imc-germany] Appell für mehr Verantwortungsbewusstsein nach unterirdischen Umgang mit Fakeartikeln

Thomas dr.apeface at web.de
Do Dez 22 07:22:56 PST 2005


Hallo ihr,
Da mein Aufenthalt hier eher begrenzt sein wird, bitte ich darum mir das 
geforderte Vorstellungsprozedere zu erspaaren. Ich habe nach den 
Vorfällen sowas von überhaupt keine Lust ein "vertrauensvolles Klima zu 
erhalten", sondern bin viel mehr stinksauer.

Angemeldet habe ich mich um ein paar gravierende Probleme mit eurem 
Moderationsverfahren anzusprechen, die anhand der Vorfälle um die 
Artikel "Rechtsextremer AStA-Vorsitzender in Aachen" und "Extrem Rechter 
AStA-Vorsitzender in Aachen" deutlich geworden sind. Einen anderen Weg 
mit dem Moderationsteam in Kontakt zu treten habe ich trotz langer Suche 
nicht gefunden.

Für diejenigen die nicht das unvergleichliche Vergnügen hatten, die 
ganze Geschichte mitzubekommen folgt nun eine kurze Zusammenfassung:

Als jemand der über die Vorgänge in Aachen halbwegs informiert ist 
musste ich mich vor kurzem doch sehr wundern, einen Artikel auf der 
Startseite vorzufinden, in dem der  2. Vorsitzende des RWTH-Aachen AStAs 
mit ziemlich konstruierten Belegen als Rechtsextremist geoutet wurde. 
Auch ohne detaillierte Kenntnisse der Aachener Verbinderszene hätte 
auffallen müssen, dass die Vorwürfe sachlich falsch, wild konstruiert 
und die Schlussfolgerungen alles andere als zwingend waren. Der Mann ist 
ein nerviger Korporierter, aber beileibe kein Rechtsextremist. Das der 
Artikel überhaupt ohne Nachfrage auf der Startseite gelandet ist stellt 
das erste große Versagen der Moderatoren in dieser kleinen 
Vorweihnachtsgeschichte dar.

Die Reste der Antifastrukturen in Aachen sind ziemlich schnell zu dem 
Schluss gekommen, dass es sich bei dem Artikel entweder um einen 
bewussten Fake oder einfach um grottenschlechte Recherche handelt. (Die 
heftigen Ausfälle gegen die letzten linken Strukturen in Aachen lassen 
meiner Meinung nach eher auf Ersteres schließen. Das allein hätte dem 
Moderatorenteam schon merkwürdig vorkommen und zu einer Kontaktaufnahme 
führen müssen!)

Mangels Kontaktmöglichkeit hat das Antifaprojekt ein Dementi als 
Kommentar unter den Artikel gesetzt. Wenige Stunden nach dem Auftauchen 
war der Artikel dann auch Gott sei dank versteckt. Da zu diesem 
Zeitpunkt anscheinend kaum jemand von der Sache Notiz genommen hatte, 
schien die Geschichte ausgestanden.

Etwa einen Tag später erschien der selbe Artikel mit minimal veränderter 
Wortwahl wieder im Open Posting. Gut, dachte ich mir, anscheinend hat da 
jemand gepennt. Also habe ich wieder das Dementi druntergesetzt. Hätte 
die Reaktion des Moderationsteams nicht so dramatische Auswirkungen 
gehabt, hätte man sich über das was nun folgte herzlich amüsieren 
können: Anscheinend stuften die Damen und Herren ModeratorInnen mein 
Dementi als Nazifake ein, das Gefühl dass da etwas nicht ganz mit 
rechten Dingen ablief, lies sich aber wohl nicht ganz verleugnen.

Also wählte man einen ebenso feigen wie folgenreichen Kompromiß: Mein 
Dementi wurde gelöscht, weil man aber anscheinend nicht ganz sicher war 
ob nicht doch etwas dran ist, hat man dann darauf verzichtet den Artikel 
auf die Startseite zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt hätte A L L E R S P Ä 
T E S T E N S eine Kontaktaufnahme folgen müssen. So hätte sich die nun 
stattfindende Klagewelle gegen Indymedia und einige Antifagruppen die 
den Artikel übernommen haben eventuell noch verhindern lassen. Ich 
bedanke mich schon mal im Vorfeld bei euch Vollpfosten für die nun 
höchstwarscheinlich folgenden Hausdurchsuchungen und Strafbefehle.
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Daraus resultieren folgende rein persönlichen Forderungenan von mir an euch:

1. Da indymedia trotz erschreckend geringer journalistischer Qualität 
von vielen linken Gruppen als Nachrichtenagentur benutzt wird habt ihr 
verdammt nochmal eine gewisse Verantwortung. Werdet euch dieser 
Verantwortung bewusst und handelt danach. Auch wenn leicht ein anderer 
Eindruck entsteht, feiert ihr hier keinen Kindergeburtstag. Was ihr hier 
tut hat Auswirkungen auf euch und andere.

2. Deswegen habt ihr bei juristisch heiklen Artikeln die verdammte 
Pflicht die Artikel inhaltlich zu prüfen und gegebenenfalls Kontakt mit 
den Leuten vor Ort aufzunehmen. Nicht alle können sich hinter einem 
Server in Bukina Faso oder sonstwo verstecken, sondern sind 
polizeibekannt und werden voraussichtlich dank EURER 
Verantwortungslosigkeit mit Ermittlungsverfahren zugedeckt.

3. Macht das Moderationsverfahren transparenter und stellt sicher, dass 
die Moderatoren in Zukunft schnell über einen Link unter jeder Seite 
erreicht werden können, ohne das man irgendwelche Listen abonnieren muss.

4. Ich will die Köpfe der Verantwortlichen auf einem silbernen Tablett. 
Wenn das nicht möglich ist reicht es gerade noch wenn sie in hohem Bogen 
rausfliegen.