[Imc-germany] zu: Dorfen geht Neonaziforderung nach!
P.
pete at so36.net
Fr Jul 1 09:58:36 PDT 2005
Hi
Der Artikel ist jetzt draussen.
P.
Am Freitag, 1. Juli 2005 14:43 schrieb andi at jz-dorfen:
> zu:
> Dorfen geht Neonaziforderung nach!
> von Action - 30.06.2005 20:23
>
> Der Artikel spiegelt nicht die Meinung des Jz Dorfen wider, ist keine
> Stellungnahme des Jz Dorfen.
>
> Formulierungen in diesem Artikel ("unsere Stellungnahme") erwecken jedoch
> den Eindruck, der komplette Artikel sei aus unserer Feder.
>
> Was der Verfasser damit bezwecken will ist uns unverständlich.
> Wir halten es sogar für möglich, dass es sich hierbei um einen Nazifake
> handelt (Man bemerke den Schreibstil im Vergleich zu unserer
> Stellungnahme...).
>
> Alles, was wir im Moment zu sagen haben steht in unserer offiziellen
> Stellungnahme, die ja im Wortlaut im Artikel veröffentlicht ist.
>
> Wir bitten die Mods, die einleitenden Sätze bis zur Stellungnahme des Jz zu
> löschen, bzw. den ganzen Artikel zu löschen.
> Die Vorfälle in Dorfen werden wir in Kürze in einem mit unseren Gremien
> abgesprochenen Artikel thematisieren, die reine Stellungnahme ist ja bei
> Indy auch nicht so gut aufgehoben..
>
> Wir halten es für wichtig, die Geschehnisse in Dorfen möglichst bald publik
> zu machen, das sollte aber in einer Weise geschehen, die nicht unserer
> Strategie zuwiderläuft.
>
> Dem Bürgermeister Dorfens private Kontakte zu Nazis zu unterstellen ist
> nicht nur sachlich falsch sondern für uns auch taktisch kontraproduktiv.
> Durch platteste Polemik ist uns nicht geholfen, durch Solidarität und
> politisch sinnvolle Unterstützung schon.
>
> Jz BLEIBT!
> Das Jugendzentrum Dorfen
>
>
> Die Stellungnahme des Jz Dorfen zur Kündigung unseres Nutzungsvertrags:
>
> Stellungnahme zur Kündigung des Nutzungsvertrags
>
> Als Vorstandschaft des Vereins Jugendzentrum Dorfen e.V. kommt die
> Kündigung des Nutzungsvertrags für das uns überlassene Gebäude in der
> Jahnstraße 14 keineswegs überraschend. Angesichts der bisherigen Praxis der
> Stadtführung im Umgang mit uns war es auch nicht verwunderlich, dass noch
> vor uns als Vertragspartner zunächst der Dorfener Anzeiger über die
> Maßnahme informiert wurde. Bis jetzt (30.6. 14:30), haben wir von Seiten
> der Stadt keine Mitteilung über die Kündigung erhalten. Eine Praxis, die
> für die
> Selbstgerechtigkeit längst charakteristisch ist, mit der die meisten das JZ
> betreffenden Fragen im Rathaus behandelt werden.
>
> Die 2003 geschlossene Nutzungsvereinbarung für das Gebäude ließ nach
> unserer Auffassung keinen Spielraum für unseren eigentlichen Vereinszweck
> zu. Seit einiger Zeit binden das ständige Hinundher mit der Stadt und die
> in immer kürzeren Abständen wiederkehrende Notwendigkeit, auf noch so
> absurde Vorwürfe von verschiedensten Seiten in irgendeiner Weise eingehen
> zu müssen, große Teile unserer Kräfte. Diese wären anderswo weitaus
> sinnvoller eingesetzt. Wir haben diese Nutzungsvereinbarung vom Entwurf an
> kritisiert, auf ihre Mängel hingewiesen und sie letztlich unter dem Druck
> der
> Aussperrung unterzeichnet.
>
> Das Jugendzentrum Dorfen ist in vielerlei Hinsicht Durchlaufstation für
> diejenigen Dorfener Jugendlichen, die das Angebot des Hauses, kulturelle
> und andere Freizeitveranstaltungen beitragsfrei, ohne Konsumzwang oder
> Ausgrenzung wegen Herkunft, Rasse oder Religion nutzen wollen. Viele
> bleiben dem Haus auch über die Beendigung der Jugend hinaus "erhalten" oder
> verbunden und bringen sich bisweilen fruchtbar in die laufende Arbeit ein.
> Wenige andere sprechen insbesondere dem gastronomischen Angebot des Hauses
> dann und wann gerne zu, um bei nächster Gelegenheit von Dreck oder kaputten
> Couchen zu spintisieren.
>
> Nachwachsende JZ-BesucherInnen und -Vereinsmitglieder in unsere Arbeit
> einzubinden, ist ein ständiger Prozess, der in letzter Zeit wegen
> erfreulich regen Zulaufs besondere Anforderungen an uns stellt.
> Gleichzeitig sehen wir uns seit einigen Jahren, von der beängstigenden
> Kampagne der NPD gegen unsere Einrichtung und die von uns repräsentierten
> Werte einmal abgesehen, geradezu hysterischen Angriffen von Teilen der
> Dorfener Öffentlichkeit ausgesetzt.
>
> Dass in Zeiten sich verschärfender sozialer Bedingungen und Brennpunkte wie
> Rassismus, Gewalt, Vereinzelung oder Drogenmissbrauch unser Haus besonders
> herausgefordert ist, ist uns mehr als bewusst und zentraler Bestandteil
> unserer Aktivitäten. Wir wollen mit diesem Schreiben jedoch nicht zur
> Aufrechnung unserer Leistungen, Fehler oder Versäumnisse ansetzen.
> Festgestellt sei lediglich, dass wir nicht der Ausgangspunkt oder
> Beschleuniger dieser Bedingungen sind, sondern der Ort, an dem ihre Folgen
> notwendigerweise auflaufen. Die von der Stadtverwaltung uns gegenüber
> eingenommene Haltung vermittelt jedoch den Eindruck, als würde das dort
> genau anders herum gesehen. Dabei spielt es für uns keine Rolle, durch
> welche äußeren oder inneren Einflüsse die Stadtführung zu ihren jeweiligen
> Meinungen kommt.
>
> Dass sich immer wieder jemand fand und findet, der an der im Jugendzentrum
> gewachsenen und sehr erfolgreich praktizierten Form, Inhalte und Umgang in
> erster Linie durch ein größtmögliches Maß an Freiheit zu vermitteln, sein
> politisches Mütchen kühlen will, ist unvermeidlicher Umstand von drei
> Jahrzehnten selbstverwalteter Jugendarbeit. Die gegenwärtige Situation ist
> allerdings dadurch gekennzeichnet, dass in der öffentlichen Debatte über
> das JZ vernünftige Argumente überhaupt nicht mehr zur Anwendung kommen. Das
> Jugendzentrum wird unter den gegebenen Umständen das billige Mittel zum
> Zweck politischer oder Tratsch-Ambitionen, die in erster Linie mit dem
> Zeigefinger artikuliert werden. Zu dieser Stimmung tragen regelmäßig
> Äußerungen und Verhalten der Stadtverwaltung und des Stadtrats, aller darin
> vertretenen Gruppierungen und der Lokalpresse bei.
>
> Nach unserer Auffassung wird in der Dorfener Kommunalpolitik mit dem -
> gemessen an der Bereicherung für den kulturellen und gesellschaftlichen
> Horizont der JZ-BesucherInnen - hohen Gut der selbstverwalteten
> Jugendarbeit irrational und verantwortungslos umgegangen. Fast nach
> Belieben werden jedeR alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende
> Jugendliche sowie Akte von Vandalismus uns angelastet. Man könnte meinen,
> all das gäbe es ab dem Tag nicht mehr, an dem das JZ geschlossen wird. Die
> Unterbindung von
> Veranstaltungen aus inhaltlichen Gründen und die ständigen Angriffe gegen
> unsere Internet-Präsenz oder andere Veröffentlichungen durch die Stadt
> ereichten zuletzt vordemokratisches Ausmaß. Und das alles, nebenbei, in
> Dorfen, wo die von städtischer Seite aufgewendeten Mittel weit hinter dem
> zurück bleiben, was der Gesetzgeber für die Förderung von Jugendarbeit
> vorsieht.
>
> Wir glauben, dass nur eine Neudefinition der Zusammenarbeit zwischen der
> Stadt und uns Sinn machen kann. Darin wissen wir uns mit einer großen Zahl
> jugendlicher und nicht mehr ganz so jugendlicher DorfenerInnen einig.
> Gespräche über eine solche neue Vereinbarung können jedoch, bei Anerkennung
> der gesetzlichen Voraussetzungen, nur in ziviler und aufgeschlossener Weise
> geführt werden. Was uns betrifft, bieten wir hiermit eine solche Diskussion
> an. Als bloßes Organ für die Ausführung von Verwaltungsvorschriften stehen
> wir nicht zur Verfügung.
>
> Die Vorstandschaft des selbstverwalteten Jugendzentrums Dorfen
>
>
> andi at jz-dorfen.de
> www.jz-dorfen.de
>
> _______________________________________________
> Imc-germany mailing list
> Imc-germany at lists.indymedia.org
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