[Imc-germany] zu: Dorfen geht Neonaziforderung nach!

andi@jz-dorfen andi at jz-dorfen.de
Fr Jul 1 05:43:42 PDT 2005


zu:
Dorfen geht Neonaziforderung nach!
von Action - 30.06.2005 20:23

Der Artikel spiegelt nicht die Meinung des Jz Dorfen wider, ist keine
Stellungnahme des Jz Dorfen.

Formulierungen in diesem Artikel ("unsere Stellungnahme") erwecken jedoch
den Eindruck, der komplette Artikel sei aus unserer Feder.

Was der Verfasser damit bezwecken will ist uns unverständlich.
Wir halten es sogar für möglich, dass es sich hierbei um einen Nazifake
handelt (Man bemerke den Schreibstil im Vergleich zu unserer
Stellungnahme...).

Alles, was wir im Moment zu sagen haben steht in unserer offiziellen
Stellungnahme, die ja im Wortlaut im Artikel veröffentlicht ist.

Wir bitten die Mods, die einleitenden Sätze bis zur Stellungnahme des Jz zu
löschen, bzw. den ganzen Artikel zu löschen.
Die Vorfälle in Dorfen werden wir in Kürze in einem mit unseren Gremien
abgesprochenen Artikel thematisieren, die reine Stellungnahme ist ja bei
Indy auch nicht so gut aufgehoben..

Wir halten es für wichtig, die Geschehnisse in Dorfen möglichst bald publik
zu machen, das sollte aber in einer Weise geschehen, die nicht unserer
Strategie zuwiderläuft.

Dem Bürgermeister Dorfens private Kontakte zu Nazis zu unterstellen ist
nicht nur sachlich falsch sondern für uns auch taktisch kontraproduktiv.
Durch platteste Polemik ist uns nicht geholfen, durch Solidarität und
politisch sinnvolle Unterstützung schon.

Jz BLEIBT!
Das Jugendzentrum Dorfen


Die Stellungnahme des Jz Dorfen zur Kündigung unseres Nutzungsvertrags:

Stellungnahme zur Kündigung des Nutzungsvertrags

Als Vorstandschaft des Vereins Jugendzentrum Dorfen e.V. kommt die Kündigung
des Nutzungsvertrags für das uns überlassene Gebäude in der Jahnstraße 14
keineswegs überraschend. Angesichts der bisherigen Praxis der Stadtführung
im Umgang mit uns war es auch nicht verwunderlich, dass noch vor uns als
Vertragspartner zunächst der Dorfener Anzeiger über die Maßnahme informiert
wurde. Bis jetzt (30.6. 14:30), haben wir von Seiten der Stadt keine
Mitteilung über die Kündigung erhalten. Eine Praxis, die für die
Selbstgerechtigkeit längst charakteristisch ist, mit der die meisten das JZ
betreffenden Fragen im Rathaus behandelt werden.

Die 2003 geschlossene Nutzungsvereinbarung für das Gebäude ließ nach unserer
Auffassung keinen Spielraum für unseren eigentlichen Vereinszweck zu. Seit
einiger Zeit binden das ständige Hinundher mit der Stadt und die in immer
kürzeren Abständen wiederkehrende Notwendigkeit, auf noch so absurde
Vorwürfe von verschiedensten Seiten in irgendeiner Weise eingehen zu müssen,
große Teile unserer Kräfte. Diese wären anderswo weitaus sinnvoller
eingesetzt. Wir haben diese Nutzungsvereinbarung vom Entwurf an kritisiert,
auf ihre Mängel hingewiesen und sie letztlich unter dem Druck der
Aussperrung unterzeichnet.

Das Jugendzentrum Dorfen ist in vielerlei Hinsicht Durchlaufstation für
diejenigen Dorfener Jugendlichen, die das Angebot des Hauses, kulturelle und
andere Freizeitveranstaltungen beitragsfrei, ohne Konsumzwang oder
Ausgrenzung wegen Herkunft, Rasse oder Religion nutzen wollen. Viele bleiben
dem Haus auch über die Beendigung der Jugend hinaus "erhalten" oder
verbunden und bringen sich bisweilen fruchtbar in die laufende Arbeit ein.
Wenige andere sprechen insbesondere dem gastronomischen Angebot des Hauses
dann und wann gerne zu, um bei nächster Gelegenheit von Dreck oder kaputten
Couchen zu spintisieren.

Nachwachsende JZ-BesucherInnen und -Vereinsmitglieder in unsere Arbeit
einzubinden, ist ein ständiger Prozess, der in letzter Zeit wegen erfreulich
regen Zulaufs besondere Anforderungen an uns stellt. Gleichzeitig sehen wir
uns seit einigen Jahren, von der beängstigenden Kampagne der NPD gegen
unsere Einrichtung und die von uns repräsentierten Werte einmal abgesehen,
geradezu hysterischen Angriffen von Teilen der Dorfener Öffentlichkeit
ausgesetzt.

Dass in Zeiten sich verschärfender sozialer Bedingungen und Brennpunkte wie
Rassismus, Gewalt, Vereinzelung oder Drogenmissbrauch unser Haus besonders
herausgefordert ist, ist uns mehr als bewusst und zentraler Bestandteil
unserer Aktivitäten. Wir wollen mit diesem Schreiben jedoch nicht zur
Aufrechnung unserer Leistungen, Fehler oder Versäumnisse ansetzen.
Festgestellt sei lediglich, dass wir nicht der Ausgangspunkt oder
Beschleuniger dieser Bedingungen sind, sondern der Ort, an dem ihre Folgen
notwendigerweise auflaufen. Die von der Stadtverwaltung uns gegenüber
eingenommene Haltung vermittelt jedoch den Eindruck, als würde das dort
genau anders herum gesehen. Dabei spielt es für uns keine Rolle, durch
welche äußeren oder inneren Einflüsse die Stadtführung zu ihren jeweiligen
Meinungen kommt.

Dass sich immer wieder jemand fand und findet, der an der im Jugendzentrum
gewachsenen und sehr erfolgreich praktizierten Form, Inhalte und Umgang in
erster Linie durch ein größtmögliches Maß an Freiheit zu vermitteln, sein
politisches Mütchen kühlen will, ist unvermeidlicher Umstand von drei
Jahrzehnten selbstverwalteter Jugendarbeit. Die gegenwärtige Situation ist
allerdings dadurch gekennzeichnet, dass in der öffentlichen Debatte über das
JZ vernünftige Argumente überhaupt nicht mehr zur Anwendung kommen. Das
Jugendzentrum wird unter den gegebenen Umständen das billige Mittel zum
Zweck politischer oder Tratsch-Ambitionen, die in erster Linie mit dem
Zeigefinger artikuliert werden. Zu dieser Stimmung tragen regelmäßig
Äußerungen und Verhalten der Stadtverwaltung und des Stadtrats, aller darin
vertretenen Gruppierungen und der Lokalpresse bei.

Nach unserer Auffassung wird in der Dorfener Kommunalpolitik mit dem -
gemessen an der Bereicherung für den kulturellen und gesellschaftlichen
Horizont der JZ-BesucherInnen - hohen Gut der selbstverwalteten Jugendarbeit
irrational und verantwortungslos umgegangen. Fast nach Belieben werden jedeR
alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Jugendliche sowie Akte von
Vandalismus uns angelastet. Man könnte meinen, all das gäbe es ab dem Tag
nicht mehr, an dem das JZ geschlossen wird. Die Unterbindung von
Veranstaltungen aus inhaltlichen Gründen und die ständigen Angriffe gegen
unsere Internet-Präsenz oder andere Veröffentlichungen durch die Stadt
ereichten zuletzt vordemokratisches Ausmaß. Und das alles, nebenbei, in
Dorfen, wo die von städtischer Seite aufgewendeten Mittel weit hinter dem
zurück bleiben, was der Gesetzgeber für die Förderung von Jugendarbeit
vorsieht.

Wir glauben, dass nur eine Neudefinition der Zusammenarbeit zwischen der
Stadt und uns Sinn machen kann. Darin wissen wir uns mit einer großen Zahl
jugendlicher und nicht mehr ganz so jugendlicher DorfenerInnen einig.
Gespräche über eine solche neue Vereinbarung können jedoch, bei Anerkennung
der gesetzlichen Voraussetzungen, nur in ziviler und aufgeschlossener Weise
geführt werden. Was uns betrifft, bieten wir hiermit eine solche Diskussion
an. Als bloßes Organ für die Ausführung von Verwaltungsvorschriften stehen
wir nicht zur Verfügung.

Die Vorstandschaft des selbstverwalteten Jugendzentrums Dorfen


andi at jz-dorfen.de
www.jz-dorfen.de