[Imc-germany] mein senf zur dezentralisierung
. barbarossa
mochilerobarbarossa at hotmail.com
Do Apr 20 04:55:30 PDT 2006
nachdem es hier wohl bis auf die paar leute, die eh sich schon im chat
unterhalten, es keiner
schafft, mal auf die seite
http://docs.indymedia.org/view/Local/ImcDeDezentralisierung
zu gehen um die fuer die diskussion zu benutzen, werd auch ich meinen senf
ueber die hauptliste
schicken.
a) ich bin gegen eine "von oben" durchgefuehrte dezentralisierung.
wie ich auch schon im wiki schrieb (da geht ja hier keiner drauf ein), das
hauptproblem von indy ist
nicht, dass es eine "zentrale seite" für dland gibt (und als das zentrum der
linken in dland wird das
uebrigens nicht angesehn, eher als das zentrale sprachrohr und damit hab ich
auch kein problem)
die zentralisierung von de.indymedia.org auf die webseite / das internet ist
das hauptproblem. ausser
der webseite wird nichts als indymedia anerkannt / gesehn / bedacht. wie
auch hier mal wieder
geschehen. für mehr indyprints, indykinos, public screenings etc. Bevor die
nicht mehr gepusht
werden ist das hier fuer mich alles nur Augenwischerei. DAS war es auch, was
die dynamik in nrw
erst angestossen hat und bei uns in HH zu neuen leuten gefuehrt hat (bzw.
dazu, dass finn beispielsweise "uns gefunden" hat). weder in nrw noch in
hamburg war der hauptanreiz fuer neue
leute, bei indy mitzumachen, weil sie dann mods werden koennten...
b) Viele Gruppen sind jetzt schon mit der Arbeit ueberfordert, obwohl sie
sich mit anderen
Mod-Gruppen abwechseln koennen. der wunschtraum, dass dann mehr leute mods
werden wollen
halte ich fuer eben einen wunschtraum. wir gehen in hamburg das problem
inzwischen offensiv an
und versuchen, neue leute zu werben, vielleicht auch neue projekte
anzustoßen (public screening im
sommer in arbeitervierteln, indyprints in dina3 aufhaengen in
bushaltestellen, kurse anbieten um
medienkompetenz zu vermitteln). jetzt noch ne "eigene" hamburger
imc-webseite zu betreuen
wuerde uns denk ich mal ueberfordern - von gewissen anderen gruppen ganz zu
schweigen.
>>"Ich denke, daß genau das Gegenteil der Fall ist. Es gibt in allen
>>Netzwerken ganz typische Dynamiken: je größer ein Netzwerk ist, umso mehr
>>Arbeit fällt für einzelne an, weil es immer nur eine bestimmte Zahl von
>>aktiven Leuten gibt. Interessanterweise führt das dazu, daß sich in
>>Netzwerken anch Teilung meist die Zahl der Aktiven insgesamt verdoppelt.
>>Gibt viele Theorien zum Thema Netzwerkdynamiken usw. Die Erfahrung von NRW
>>und Erfurt zeigt ja auch, daß Indymedia-Kollektive, die aus einem lokalen
>>Ansatz heraus starten, wesentlich besser funktionieren und mehr
>>Möglichkeiten zur Partizipation bieten. "
das ist nur ne theorie, die ich so in der praxis nicht bestaetigt sehe,
zumindest grad in hamburg
nicht - die studiproteste wurden dezentralisiert mit dem ergebniss, dass von
der gleichen anzahl
an leuten ca. 20 aktionen mehr geplant wurden - was leider dazu fuehrte das
nur 2 von den
20 aktionen einigermassen ausreichend leute hatten, weil ja alle "schon ne
eigene aktion" hatten.
auch die beispiele finde ich falsch: erfurt hat sich unabhaengig von de.indy
gegruendet - es
war also ne eigenstaendige gruppe, die selbst was aufbauen wollte.
nrw hat sich gegruendet mit anderen zielen, es war nie gewollt, ne eigene
seite zu betreuen,
sondern indy wurde als plattform betrachtet, die genutzt werden sollte, von
einer gruppe,
die auch aus dem internet raus tritt.
c) die themenseiten werden jetzt schon kaum noch benutzt, z.b. die rubrik
antifa sollte nun
wirklich eigentlich bei der menge an postings keine probleme haben,
regelmässige features
hinzukriegen, aber da seh ich nie welche. wo sind denn dann potentielle neue
imc-ler, die
bereit sind, ne komplett eigene seite aufzuziehen?
d) zur einbindung von regionalen imc´s wie das von erfurt finde ich das
englaender modell ganz
gut, ich kenn auch noch das argentinische, was eigentlich fast genauso ist.
dort gibts dann
sowohl themenrubriken als auch local-imc-rubriken. jede dieser rubriken hat
dabei einen eigenen
newswire, indem nur die die jeweilige rubrik betreffenden sachen drinnen
stehn und einen
feature-teil in der mitte. auf der hauptseite ist dann ein newswire, der
sich aus allen
zusammensetzt und ebenfalls ein feature-teil. das waere auch das modell, was
ich anstreben
wuerde. allerdings strebt erfurt ja ein komplett neues modell von indy an,
was halt wirklich
ein "echtes" lokales imc wird - so maechtig und geil, dass es schade waere,
das nur der
syndication wegen aufzugeben und ins de.indy integrieren zu muessen.
in meinen augen haben de.indy und erfurt.indy verschiedene ansaetze und
sollten deswegen
auch getrennt betrachtet werden, ein link zu erfurt.indy auf der hauptseite
ist natuerlich
obligatorisch, aber jetzt auf zwang irgendwie eine syndication
herbeizufuehren halte ich
fuer falsch - ich plaediere eher dafuer, abzuwarten und zu sehen, wie sich
das erfurter
projekt entwickelt, es auf de.indy so gut es geht zu pushen und abzuwarten,
ob es
nicht weitere nachahmer gibt. (berlin.indymedia.org waere ja z.b. auch gut,
damit wir nicht
weiter mit artikeln belaestigt werden ueber irgendeinen
marianne-von-ottensen-platz und
ner demo wo sogar mal einer geschubst wurde.)
lokale imc´s an sich zu gruenden klingt ja erstmal ganz gut, aber wenn wir
es noch nicht
mal hinkriegen, mindestens eine indyprint pro monat oder ein themenspecial
hinzukriegen
oder von aktuellen ereignissen in anderen laendern (uebersetzungen werden
immer
rarer) mach ich mir echt ueber andere sachen nen kopp als ueber n lokales
imc.
neue mitstreiterinnen kriegen wir jedenfalls nicht ueber das internet
sondern in der anderen
welt - der, ausserhalb des cyberspace. das treffen der kleinen acht sollte
uns erheblichen
zulauf bringen, den gillt es aufzufangen und einzubinden.
salud y anarkia,
barbarossa
ps: benutzt doch mal das wiki, bitte...
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